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100 Jahre Motorflug: ein deutsches Jubiläum
Gottfried Wilhelm Leibnitz entwickelte im 17. Jahrhundert das binäre Zahlensystem, Emil Berliner erfand das Grammophon, Prof. Walter Bruch das PAL-Color-Prinzip. Nur drei von vielen bedeutenden Hannoveranern, die dem Rest der Welt voraus waren.
Ein weiterer Pionier soll nun auf Initiative des Arbeitskreises Technik - und Industrie - Geschichte (AK TIG) angemessen gewürdigt werden: Karl Jatho.
Mit seinem motorisierten Dreidecker gelang dem hannoverschen Magistratsbeamten am 18. August 1903, vier Monate vor den Gebrüdern Wright, ein von Augenzeugen beeidigter kurzer Flug. Auf Initiative des AK TIG, der Flughafen Hannover - Langenhagen GmbH und dem ADAC soll der Oldtimer - Experte Harald Lohmann in die Lage versetzt werden, den Jatho - Flyer am Flugplatz Fürstenwalde originalgetreu nachzubauen und noch im Jubiläumsjahr zu einem Luftsprung abzuheben. Lohmann bringt die Voraussetzungen mit, die Idee zu verwirklichen. Eine von ihm in Fürstenwalde detailgetreu nachgebaute "Etrich Taube" von 1912 soll in diesem Juni zum Erstflug starten. Noch aber steht das ehrgeizige Jatho - Projekt auf wackligem Fahrwerk.
150.000 EURO sind erforderlich, von denen erst ca. 30.000 von wenigen Sponsoren zugesagt worden sind. Der AK TIG hat ein Spendenkonto bei der Nord/LB eingerichtet. Konto - Nr.: 00102444882, BLZ: 250 500 00. Stichwort: Jatho - Projekt. Der Nachbau des Jatho - Flyers soll nach seinem Flugversuch im Terminal A des Flughafens Hannover ausgestellt werden und die Passagiere daran erinnern, dass nicht nur Amerika Pioniere der Luftfahrt hervor gebracht hat.
Eine interessante Ausstellung "100 Jahre Motorflug" wird die Teilnehmer des diesjährigen DAeC - Deutschlandflugs am Flughafen Hildesheim begrüssen, dem Startort des Wettbewerbs. In der sogenannten "Hannover - Halle" des Aeroclubs Hildesheim - Hannover, die am 18./19. Juni für das Briefing vorgesehen ist, wird also vor allem der Pionier Karl Jatho gewürdigt.
Gunter Hartung
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