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Wie geht es weiter mit Jatho?
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Eine Nachlese zum GAT-FlyIn am 3. September 2006
Wie erwartet war der Nachbau des vermutlich ersten erfolgreichen Motorflugzeugs der Welt der "Hingucker" während des GAT-FlyIn am 3. September auf dem Hannover Airport. Kaum einer der mehr als 25000 Besucher, der dem filigranen Fluggerät des Pioniers Karl Jatho nicht die Ehre erwiesen hat. Harald und Elsa Lohmann, die den Motordrachen in 16-monatiger Rekonstruktionsarbeit detailgetreu nach historischen Plänen und Aufzeichnungen geschaffen haben, mussten den ganzen Tag über technische Fragen beantworten. Sie wurden dabei unterstützt von den Mitgliedern des Arbeitskreises Technik und Industriegeschichte (AKTiG), der den Nachbau initiiert und kontinuierlich begleitet hat. Der technische Beirat der Haus & Grund Bürgerstiftung musste sich am frühen Nachmittag allerdings schweren Herzens entscheiden, die geplante öffentliche Vorführung des Motordrachens abzusagen.
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Windgeschwindigkeiten von 15 bis 20 Knoten aus wechselnden Richtungen und schauerartiger Regen durchkreuzten die Pläne. Zwei Tage zuvor war das Fluggerät zum ersten Mal gerollt, auf der Kurzstartbahn 27 "Charly" des hannoverschen Flughafens. Am Steuer Volker Lohmeyer, der den Drachen bis knapp an Vr beschleunigte. Vr ist die je nach Typ individuelle Geschwindigkeit, bei der ein Flugzeug abhebt. Mehr war wegen des auch am 1. September böigen Windes nicht möglich und im Übrigen vom Luftfahrt Bundesamt auch nicht erlaubt. Immerhin kam bei ca. 35 km/h Rollgeschwindigkeit das Bugrad vom Boden frei. Erprobungspilot Volker Lohmeyer, Konstrukteur Harald Lohmann und Projektleiter Gunter Hartung waren sich anschließend einig darin, dass ein Abheben des Motordrachens bei optimalen Wetterbedingungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist.
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Am Abend des 3. September sind die Beteiligten übereingekommen, eine ruhige und stabile Herbstwetterlage für die weitere Erprobung abzuwarten. Erforderlich sein wird auch dann wieder die Anwesenheit des Motorkonstrukteurs Kunath aus Fürstenwalde, der den kompletten Buchet-Antrieb nach historischen Plänen originalgetreu nachgebaut hat. Denn das Anwerfen des Motors ist ein spannendes Unterfangen. Dabei kommt ein rustikales holzverkleidetes Kurbelgehäuse zum Einsatz genau wie damals vor 103 Jahren auf der Vahrenwalder Heide.
Die Besucher des Flugtages jedenfalls waren alles andere als enttäuscht. Sie haben verstanden, dass weder die Haus & Grund Bürgerstiftung, noch der Konstrukteur sowie der Arbeitskreis Technik und Industriegeschichte ein Interesse daran haben konnten, die aufwändige Konstruktion zu gefährden. Und sie wissen, dass es auch damals einem Herr Jatho in Hannover oder einem der Herren Wright in Kitty Hawk/USA nicht möglich war, den Tag des ersten Abhebens ihrer zerbrechlichen Konstruktionen über Monate vorauszusagen. Die heute am "Projekt Jatho" Beteiligten aber sind sich sicher: der Tag der Offenbarung wird kommen, noch in diesem Jahr, bevor das Flugzeug des hannoverschen Pioniers seinen Ehrenplatz in einem der Terminals des Flughafens Hannover erhält!
© unser Clubmitglied Gunter Hartung für den AK TiG, 09.09. 06
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