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kritischer kommentar von jürgen schelling,
chefredakteur FLIEGERMAGAZIN, heft 6/2004
(auszugsweise):
Take-off ...
Orwell in der Luftfahrt
"Sie sind Besitzer eines Autos oder Motorrads. Dann
müssen Sie sich umstellen! Bevor Sie Ihr Fahrzeug in
Zukunft aus der Garage holen, heisst es erstmal kurz um
den Block gehen. Dabei zeigen Sie dem Beauftragten für
Verkehrsaufsicht Ihren Führerschein. besser noch in
Kombination mit Ihrem Personalausweis. Dann
informieren Sie ihn, wohin Sie fahren werden, und
gehen kurz Bescheid, wieviele Personen Sie in ihrem
Pkw mitnehmen wollen oder einen Sozius auf dem
Zweirad. Jetzt bekommen Sie von ihm die Genehmigung,
durch eine Personenschleuse zu Ihrer Garage gehen zu
dürfen, um dann die Fahrt zu starten.
So schlimm hätte es sich nicht einmal George Orwell in
seiner düsteren Zukunftsvisionen "1984" vorstellen
können? Falsch! Wenn Sie "Autofahrer" durch
"Flugzeughalter" und den "Beauftragten für
Verkehrsaufsicht" durch "Flugleiter" ersetzen, dann
ist die mutmassliche künftige Realität an Flugplätzen
ziemlich treffend beschrieben.
Der Grund: Zahlreiche
Flugzeughalter in Bayern- die anderen Bundesländer
werden aber wohl folgen - erhielten im April ein
Schreiben ihrer Platzhalter, in dem sie aufgefordert
wurden, Kopien des Personalausweises und der
Pilotenlizenz am Heimatplatz zu hinterlegen, da das
zuständige Luftamt ein ganzes Massnahmenbündel "zur
Erhöhung der Luftsicherheit" erlassen hatte.
In Zukunft könnte Flugzeughaltern also ebenso wie
Charterkunden blühen, dass sie vor jedem Flug
kontrolliert werden: Ob sie sich ausweisen können und
tatsächlich im Besitz einer gültigen Pilotenlizenz
sind. Begründet wird diese Datenschnüffelei mit dem
neuen Luftsicherheitsgesetz zur Terrorabwehr, das
verhindern soll, dass sich hunderte von anonymen
General-Aviation Piloten hierzulande als
Selbstmordattentäter in Hochhäuser oder Atomkraftwerke
stürzen ......"
gesamter kommentar im FLIEGERMAGAZIN heft 6/2004,
seite 3
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