Nordkurs statt Paris: Kopenhagen

von Justus Alain Köhn

  • Eigentlich war der Plan ein ganz anderer: Gemeinsam mit sechs Flugzeugen wollten wir für zwei Nächte nach Paris LFPL fliegen und anschließend noch eine Nacht in Straßburg LFGC verbringen. Besonders den anspruchsvollen französischen Luftraum – und insbesondere den Bereich rund um Paris – hatten wir im Vorfeld ausführlich vorbereitet und mehrere Tage lang gebrieft. Doch am Abend vor dem Abflug bestätigte sich leider, was wir bereits befürchtet hatten: Das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Nach einer spontanen Wetteranalyse und einem gemeinsamen Brainstorming fiel der Blick schließlich Richtung Nordosten – dort sah die Prognose deutlich besser aus. Schnell war die Entscheidung getroffen: Ziel geändert auf Roskilde EKRK und Kopenhagen.

Am Freitag, den 8. Mai, trafen wir uns morgens am Aeroclub in EDVM. Anfangs bereitete uns dichter Nebel noch etwas Schwierigkeiten, doch kurze Zeit später konnten alle Maschinen gemeinsam Richtung Dänemark starten. Der Flug verlief ruhig und unkompliziert und führte uns entlang der Ostseeküste über Timmendorfer Strand, Grömitz und schließlich Fehmarn. Schon der Anflug auf Dänemark bei bestem Wetter machte deutlich, dass die spontane Planänderung die richtige Entscheidung gewesen war. Auch die Landung am kontrollierten Flugplatz EKRK verlief für alle problemlos und entspannt.
Von Roskilde aus ging es mit dem Uber weiter nach Kopenhagen. Nach dem Check-in im Hotel machten wir uns direkt auf den Weg zum beliebten Broens Street Food Market, wo wir den ersten Abend bei gutem Essen und entspannter Atmosphäre starteten. Natürlich durfte auch ein Besuch der berühmten kleinen Meerjungfrau nicht fehlen – und ja, sie ist tatsächlich deutlich kleiner als viele erwarten. Den Abend ließen wir anschließend stilecht in einem Restaurant direkt am Nyhavn ausklingen, mitten zwischen historischen Häuserfassaden, Segelbooten und typisch skandinavischer Hafenatmosphäre.

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Stadt. Bei bestem Wetter erkundeten wir Kopenhagen zunächst bei einer Bootstour vom Wasser aus, bevor wir durch das historische Viertel Nyboder spazierten. Anschließend besuchten wir Schloss Rosenborg samt Schlossgarten und genossen die entspannte Stimmung der Stadt. Besonders beeindruckend war die Mischung aus maritimer Atmosphäre, moderner Architektur und nordischer Gelassenheit, die Kopenhagen auszeichnet. Wie schon am Vorabend ließen wir auch diesen Tag entspannt am Wasser ausklingen.

Am Sonntagmorgen hieß es dann leider schon wieder früh aufstehen, denn aus Westen zog schlechtes Wetter auf. Der Rückweg zum Flugplatz gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht: Wegen des Kopenhagen-Marathons konnten uns keine Ubers erreichen. Kurzerhand improvisierten wir und nahmen den Regionalzug nach Roskilde, bevor wir die letzten Kilometer doch noch mit dem Uber zurücklegten. Gegen Sonntagmittag kamen schließlich alle Maschinen wieder sicher in EDVM an. Einige Crews nutzten zuvor noch die Gelegenheit, den berühmten VFR-Channel direkt über Kopenhagen zu fliegen – sicherlich eines der Highlights des gesamten Wochenendes. Rückblickend war die spontane Umplanung definitiv die richtige Entscheidung: perfektes Wetter, tolle Flüge, eine beeindruckende Stadt und vor allem ein gemeinsames Wochenende, das uns allen lange in Erinnerung bleiben wird.